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Näh-Anleitung

Dreiecksquilt nähen

Für Anfänger bis Fortgeschrittene geeignet
Was wird benötigt?
  • Oberseite: 4 verschiedene Stoffe, je 1m
  • Rückseite: zusätzlich 2m Stoff
  • 2m P120 Volumenvlies
  • Faltbare Schneidematte Prym Love
  • Rollschneider
  • 60° Dreieck Lineal
  • Patchworklineal mit 60 x 15 cm
  • lange Stecknadeln
  • Nähmaschine
So geht es

Ich bin Nastja vom YouTube Kanal DIY Eule. Auf meinem Kanal dreht sich alles um das Thema Nähen und DIY.

In dieser Anleitung zeige ich Dir, wie Du eine Dreieck Quilt nähen kannst. Hierfür durfte ich das neue 60° Dreieck Lineal von Prym testen. Für die Anleitung solltest Du schon gute Näherfahrungen haben – Du benötigst allerdings noch keine Patchwork- oder Quilterfahrung. Den Quilt kannst Du mit Deiner normalen Haushaltsmaschine nähen.

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Was Du an Stoffen benötigst:

Für die Oberseiten benötigst Du vier verschiedene Stoffe, jeweils 1 m. Achte darauf, dass die Stoffe gut zusammenpassen. Ich habe mich für sehr einfache Muster und Unistoffe entschieden, damit der Quilt sehr clean wird. Zusätzlich benötigst Du 2 m Stoff für die Rückseite. Für alle diese Stoffe empfielt sich eine leichte Baumwolle. Mit Kanvasstoffen und anderen festen Webungen lässt sich schwerer arbeiten.

Außerdem benötigst Du 2 m Volumenvlies. Da gibt es auch ganz viele verschiedene. meines ist nicht zum aufbügeln und relativ dünn. Das ist für den Anfang besser, weil es sich später leichter quilten lässt. Das P120 passt hier gut.

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Was Du an Werkzeug grundlegend brauchst:

Ganz wichtig sind eine gute Schneidematte mit einem praktischen Raster. Meine ist sogar zusammenklappbar und damit sehr praktisch zu verstauen. Dazu brauchst Du einen Rollschneider – am besten mit neuer Klinge – dann macht das Projekt gleich viel mehr Spaß.

Für diesen Quilt benötigen wir das 60° Dreieck Lineal. Außerdem braucht man noch ein großes Patchworklineal mit 60 x 15 cm.

Lange Stecknadeln sind auch sehr wichtig – hier gibt es noch ein paar andere Stecktools - davon berichte ich später.

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Außerdem braucht ihr natürlich eure Nähmaschine. Bei Quiltprojekten empfiehlt sich immer mit einer frischen Nadel zu starten und ganz perfekt ist, wenn ihr eine Quilt- und Patchworknadeln benutzt. Achte auch beim Garn darauf, neues, hochwertiges Garn zu benutzen. Du wirst viel davon brauchen und es wird frustrieren, wenn es ständig reißt. Ich habe für diesen Quilt fast eine ganze Rolle mit 1000 m Garn benötigt.

Und bevor Du anfängst, kannst Du auch schon einmal Deine Bügeleisen und Bügeltisch aufbauen – das wirst Du durchgehend brauchen.

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Los geht es mit dem Zuschnitt. Lege Dir die 4 Stoffe für das Topteil zurecht. Schnappe Dir das 60° Lineal und überlege Dir, wie groß Deine Dreiecke werden soll. Beachte dass Du Ringsherum 1 cm Nahtzugabe abziehen musst. Zu dem Lineal gibt es auch ein kleines Heftchen, in dem noch einmal genau erklärt ist, welche tollen Formen man damit machen kann – es geht nämlich noch viel mehr als diese einfachen Dreiecke. Aber für den Anfang ist das perfekt. Ich habe mir für die Maximale Größe entschieden - je größer die Form, je einfacher wird der Quilt.

Zuerst musst Du Dir Streifen in der Höhe Deines Dreiecks zuschneiden. Bei mir sind das 20 cm. Am Einfachsten ist das, wenn der Stoff doppelt oder vierfach liegt. Schnappe Dir also das 60 cm Dreieck und schneide pro Oberstoff drei Reihen à 20 cm zu – bei mir haben dann immer genau 11 Dreiecke in eine Reihe gepasst.

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Dann wird das Dreieck angelegt. Auch hier liegt mein Stoff noch doppelt und ich beginne am Bruch. Lege das Dreieck an und schneide an den beiden Kanten entlang. Aus dem halben Dreieck am Bruch entsteht nach dem Aufklappen ein ganzen Dreieck. Arbeite Dich so den ganzen Streifen entlang. Ich habe immer 11 Dreiecke aus einem Streifen bekommen.

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Aus den Randstücken der Stoffstreifen kannst Du Dir noch solche halbe Dreiecke zuschneiden für die Kanten des Quilts.

Am Ende hast Du 120 solcher Dreiecke und einige Randstücken.

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Wenn Du fertig bist, such dir ein großes Stück freien Boden und fange an die einzelnen Stücken auszulegen. Es werden 9 Reihen à 12 Dreiecke und je 2 halbe Dreiecke für die Seiten. Spiele hier mit den Formen, Du kannst mit diesen Dreiecken auch Hexagons bilden – das finde ich auch super schön. Ich habe meine Dreiecke immer abwechselnd angeordnet.

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Dann habe ich mir die erste Reihe geschnappt und sie alle in gleich bleibender Reihenfolge aufeinander gelegt. Die werden jetzt aneinander genäht. Achte darauf, immer an der richtigen Kante zu nähen und passe vor allem beim ersten halben Dreieck auf, es richtig anzunähen. Schaue Dir zur Referenz noch einmal die Reihe drüber an.

Lege dann immer zwei Teile rechts auf rechts zusammen. Ich stecke das mit solchen Stoffklemmen. Die finde ich sehr praktisch. Das geht aber auch mit normalen Stecknadeln.

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Nähe an der gemeinsamen Kante entlang.

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Achte darauf jeweils 1 cm von den Kanten entfernt aufzuhören zu nähen.

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Das nächste Dreieck legst Du wieder rechts auf rechts an. Drehe das Sandwich um und beginne an der unteren Naht die wieder 1 cm von der Kante entfernt zu nähen. Nähe entlang der Kante bis wieder 1 cm vor der oberen Kante. Mache immer so weiter.

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Bügle dann die Reihe. Bügeln beim Patchworken ist wahnsinnig wichtig, damit alles korrekt und exakt aussieht. Bügle die Nahtzugaben jeweils in eine Richtung.

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Was Dir beim Bügeln helfen kann sind Fingerhschützer, da der stoff sehr heiß werden kann.

Arbeite dich so Reihe für Reihe durch. Lege die Reihen nach dem Nähen wieder zusammen, damit Du kontrollieren kannst, ob noch alles stimmt.

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Wenn Du mit allen Reihen durch bist, legst Du die ersten beiden Reiehen rechts auf rechts aufeinander. Führe die Spitzen der Dreiecke genau zusammen und stecke sie fest. Arbeite hier sehr genau.

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Nähe dann die lange, gemeinsame Kante ab und achte darauf immer genau über die Nahtkreuzungen der Spitzen zu nähen.

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Wenn Du fertig bist, bügelst Du die Nahtzugabe auseinander.

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Schau Dir Deine Dreiecke an, ob schon alles perfekt ist. Du hast ja noch ein paar Reihen vor Dir bei denen Du zum Meister werden kannst.

Schnappe Dir dann die dritte Reihe und stecke sie an die ersten beiden. Nähe sie an. Bügle. Und mache immer so weiter bis alle Reihen zusammengenäht sind.

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Suche Dir jetzt eine große, freie Fläche, wo der gesamte Quilt hinpasst. Meide Teppichboden. Lege zunächst den Stoff für die Rückseite mit der rechten Seite nach unten aus. Wenn er Falten hat, solltest Du ihn erst bügeln. Lege darauf das Volumenvlies und treiche es aus. Es dürfen keine Falten in Unterstoff oder Vlies sein. Obendrauf kommt dann das Patchworktop mit der rechten Seite nach oben. Das Top liegt auch mittig, sodass Du rundherum mindestens 12 cm Volumenvlies und Unterstoff überstehen hast. Streiche wieder alles aus. Am besten ist es immer, von der Mitte anzufangen.

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Jetzt brauchst Du lange Quiltnadeln oder was noch viel besser ist, sind solche Sicherheitsnadeln fürs Quilten. Ich habe das früher mit normalen Stecknadeln gemacht, aber das Tolle an diesen Sicherheitsnadeln ist, dass sie leicht gebogen sind und sich somit sehr leicht von oben durch den Stoff und zurück fädeln lassen. Sicherheitsnadeln haben außerdem den großen Vorteil, dass Du sie verschließen kannst. So ist das Projekt gesichert, es kann nichts verrutschen und Du kannst du nicht stechen.

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Stecke den Quilt jetzt innerhalb jedes zweiten Dreiecks fest. Stecke hierbei nicht auf den Nähten sondern immer in der Mitte eines Dreiecks. Streiche vorher über das Dreieck um zu erfühlen, dass sich keine Falten bilden. Fixiere auch alle vier Ecken noch einmal extra. Es gibt hierfür auch speziellen Sprühfixierer, der Dir helfen kann, die Lagen aneinander zu fixieren.

Ist alles gesteckt, kannst du den Quilt hochheben und noch einmal einen kritischen Blick auf die Rückseite werfen, ob auch keine Falten da sind.

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Dann geht es ans Quilten. Wir nähen links und rechts von jeder Naht entlang, am besten nähfüßchenbreit von jeder einzelnen Naht entfernt. Typisch ist es, als Unterfaden die gleiche Farbe wie der, des unteren Stoffes zu wählen. Ich habe hier ein Kontrastgarn gewählt. Das macht es zwischendurch mit dem Aufspulen leichter. Schöner ist es aber, wenn er die gleiche Farbe wie der untere Stoff hat. Fange am besten in der Mitte des Quilts an und nähe an einer Nahtz Richtung einer Ecke entlang. Dann geht es wieder zurück in die Mitte und in die andere Richtung bis zur Ecke. Anschließend nähst Du die Diagonale ab. Nähe dann alle anderen Nähte ab. Gehe immer von der ersten Naht aus und nähe eine benachbarte Naht ab. Arbeite Dich so nach außen.Benutze eine relativ große Stichlänge und beginne mit einem frisch aufgespultem Unterfaden.

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Zum Nähen rollst Du die Seite vom Quilt, die unter die Maschine muss ein. Wenn Du schräg nähst, wird der Quilt auch schräg eingerollt. Räume vor dem Nähen auch alles vom Tisch außer Deine Nähmaschine – Du benötigst viel Platz.

Ich nähe mit normalem Garn, einer speziellen Quiltnadel und dem normalen Füßchen. Optimal wäre ein Obertransportfuß oder wenigstens ein Rollfuß. Das habe ich aber beides nicht. Das Gute ist, dass der Quilt nicht so dick ist und deswegen trotzdem recht gut transportiert wird.

Das ist übrigens einfaches Maschinenquilten. Mit einem Stickfuß kann man auch Freihand-Maschinensticken. Eine dritte Art ist das Handquilten. Aber für den Anfang ist das Maschinenquilten ein guter Einstieg.

Das Quilten dauert jetzt wirklich eine Weile. Schneide die Fäden am Ende immer ab. Am Ende kannst Du auf der Rückseite sehr gut sehen, ob Dir noch Linien fehlen oder ob Du schon fertig bist.

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So, das Meiste ist geschafft. Lege Den Quilt jetzt wieder komplett aus und schneide das Volumenvlies ringsherum auf 5 cm zurück. Achte darauf, dass Du auf keinen Fall durch den Baumwollstoff auf der anderen Seite schneidest.

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Schneide dann auch den unteren Stoff auf 12 cm vom Quilt-Top entfernt zurück. Nutze hier am besten erst Lineal und Kreidemarker und schneide dann entlang der Linie.

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Jetzt kannst Du alle Stecknadeln entfernen. Schneide auch alle kleinen Fädchen an der Vorderseite und an der Rückseite ab, die noch vom Nähen übrig sein. Bügle den Quilt von oben einmal durch.

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Rolle den Quilt jetzt zusammen, sodass Du den ersten Rand bequem bügeln kannst. Klappe die Kante des unteren Stoffes erst 2 cm und dann noch einmal 5 cm um, sodass Du mit der Stoffkante genau auf die Nahtenden des Quilt-Tops triffst. Bügle den Rand so in Form und stecke ihn mit langen Stecknadeln fest.

Rolle dann den Quilt wieder auf und gehe zur nächsten Kante. Die Ecken machst Du so: Klappe die Kante im 45° Winkel zu Dir um.

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Jetzt wird wieder die Kante 2 cm und dann 5 cm eingeklappt und Du solltest eine perfekt Ecke erhalten.

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Stecke und bügle so die Kanten und Ecken vom gesamten Quilt.

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Nähe den Quilt dann einmal nah an der umgefalteten Kante rundherum ab. Bügle den Rand noch einmal und dann ist Dein Quilt fertig.

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