Verspielten Raglan Sweater nähen

Findest du Streetwear cool sehnst Dich aber nach mehr Weiblichkeit? Mit diesem Sweater kannst Du einen Hingucker zaubern, der auch noch schmeichelt.

Nähe Dir ein echtes Fashion Piece! Verspieltes Design trifft auf coolen Streetwear Look. Absolut Anfängerfreundlich!

Mit einfachen Schritten erhältst Du große Ergebnisse. So einfach war Mode noch nie! Wähle aufregende Materialien oder ergänze den Sweater mit zusätzlichen Applikationen. Oder nimm eine klassische Farbe, um die besonders verspielte Form zu betonen. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Durch die einfache, aber effektive Technik, mit der die Ärmel eingesetzt werden, entsteht ein wahres Fashion Highlight. Wende diese Technik auch bei anderen Projekten an – Sie ist immer ein Hingucker!

Benötigte Materialien:

Material für das Schnittmuster:

• Ausgedrucktes Schnittmuster

• Klebeband

Prym Maßband 282121

Prym Näh- und Haushaltsschere „Professional“ 611511

Material für die Fertigung:

2 Meter Oberstoff (Hier Artikel HI13171360160)

0,5 m Bündchenware (Hier Artikel HI12457060160)

farblich passendes Garn (Hier Artikel G7152630473)

o 3x für Overlock Nähmaschine

o 3x für Coverlock Nähmaschine / Doppelsteppstich Nähmaschiene

Armnadelkissen mit Silkonband 610275 oder Magnetnadelkissen 611330

Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm 029139

Prym.ergomomics Rollschneider 610474

Prym Schneiderschere Professional 611517

Prym Näh- und Haushaltsschere „Professional“ 611511

Prym Schneideunterlage 611467

Prym Kreiderad Stift Ergonomics 610955 (bei dunken Stoffen)

Aqua-Trickmarker + Wasserstift (611845) (bei hellen Stoffen)

French Terry angeraut Uni - weinrot
French Terry angeraut Uni - weinrot
16,90 €/m
Grundpreis 16,90 €/Meter
26 weitere Varianten verfügbar
Bündchenstoffstoff glatt Uni - dunkelgrau
Bündchenstoffstoff glatt Uni - dunkelgrau
9,90 €/m
Grundpreis 9,90 €/Meter
10 weitere Varianten verfügbar
Miniking
Miniking
7,30 €
Grundpreis 0,73 €/100m
20 weitere Varianten verfügbar
Glaskopfnadeln, 0,60 x 30mm, bunt, 10g
Glaskopfnadeln, 0,60 x 30mm, bunt, 10g
3,80 €
Grundpreis 38,00 €/100g
14 weitere Varianten verfügbar
Schneideunterlage cm/inch-Einteilung, 45x60cm, pink
Schneideunterlage cm/inch-Einteilung, 45x60cm, pink
31,50 €
3 weitere Varianten verfügbar

Hinweise zur Technik

Overlock Nähmaschine & Doppelsteppstich Nähmaschine

Optional: Coverlock Nähmaschine

Jersey Nähmaschinennadeln 80er

Bügeleisen

Good to know

Bevor Du beginnst, achte auf die reduzierte Nahtzugabe von 0,8 cm. Mache, bevor Du mit Deiner Overlock Maschine loslegst, unbedingt ein paar Nähproben, damit die Nähte auch wirklich elastisch werden. Die Nähte dürfen unter Zug nicht krachen.

Hier ein paar Begriffe, die Du kennen solltest, damit alles gut klappt!

1. Stoff rechts auf rechts legen

Lege die beiden Stoffe, die Du vernähen willst, so aufeinander, dass die Seite der Stoffe, die später außen seien sollen, direkt aufeinander liegen. Nach außen guckt hierbei die „unschöne“ Seite des Stoffes. Diese nennt sich linke Seite.

2. Stoff im Fadenlauf zuschneiden

Der Fadenlauf beschreibt auch die Web- oder Strickrichtung eines Stoffes. Bei Jersey erkennst Du die Richtung, indem Du Dir die Struktur des Stoffes ganz genau anschaust. Da Jersey eine Maschenware ist, kannst Du viele kleine V‘s erkennen. Diese zeigen Dir praktischerweise auch gleich den Fadenlauf an. Nämlich die Richtung, in welche die kleinen V‘s zeigen.

3. Im Bruch zuschneiden

Etwas im Stoffbruch zuschneiden bedeutet, dass man mit der Hälfte eines Schnittteils arbeitet, welches gespiegelt werden muss. Damit beide Seiten wirklich identisch zugeschnitten werden, nimmt man dazu den Stoff im Fadenlauf und faltet diesen auch entlang dessen. Die Stelle, wo der Stoff gefaltet wurde, nennt sich Stoffbruch. Hier kann man nun die Spiegelachse des Schnittteils anlegen und munter zuschneiden. Das Resultat ist ein grade gesiegeltes Schnittteil mit zwei identischen Seiten. Hier eignet sich z.B. Der Prym.ergonomics Rollschneider (610474), da so die Gefahr des Verrutschens minimiert wird.

4. Markierungen/Knipse

Auf einem Schnittmuster findet man meistens kleine Striche, die von der Außenkontur nach innen ragen. Was bedeuten diese Striche? Es handelt sich um so genannte Knipse. Diese müssen beim Zuschnitt auch auf die einzelnen Zuschnitte übertragen werden. Es sind Markierungen, die einem beim Nähen helfen sollen. Näht man 2 Strecken aneinander und findet dabei 2 Knipse, sollte man also darauf achten, dass diese beiden Markierungen aufeinander treffen. So kann man sicher gehen, dass besonders längere Strecken gleichmäßig genäht werden und kein Kräuseln entsteht. Ist nur auf einer Seite ein Knips zu finden, soll dieser mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Naht treffen (z.B. Knips auf dem Ärmel – Schulternaht auf der anderen Seite)

Wichtig: Markiere die Knipse, indem Du mit Deiner Prym Professional Schneiderschere die Stoffkante etwas einschneidest. Achte aber darauf nur ca die Hälfte der Nahtzugabe einzuschneiden, damit keine Löcher entstehen.

Warum die Coverlocknaht? Eine Covernaht macht eine Naht etwas statischer und robuster. Durch die vier schichten Stoff wird das Material an der Stelle fester und fällt weniger weich. Das Modell ist feminin und lässig im Design - daher auch ohne Covernaht absolut hochwertig und genauso gut.

So geht's:

Schnittmuster vorbereiten

Vorbereitung:

Drucke die Schnittmusterbögen ohne zusätzlichen Rand oder Skalierung aus. Auf dem Schnitt findest Du ein Viereck von 4 cm x 4 cm. Dieses kannst Du mit Deinem Prym Maßband (282121) nachmessen. Ist es genau 4 cm x 4 cm, hast Du beim Drucken alles richtig gemacht. Als erster Schritt wird aus den einzelnen A4 Bogen ein großer Bogen geklebt. Hierbei kannst Du Dich an den Zahlen am unteren Rand orientieren. Beginne unten links mit der 1 und arbeite Dich von links nach rechts, Reihe für Reihe vor. Bist Du damit fertig, kannst Du die Schnittteile in Deiner Größe ausschneiden.

Zuschnitt

Die Schnitteile können nun im Fadenlauf auf dem Stoff final platziert werden. Um Verrutschen zu verhindern, am besten mit den Prym Stecknadeln 0,6 x 30 mm (029139) fixieren. Da wir später auch Bügeln müssen, am besten Nadeln mit Glaskopf verwenden - die halten die Hitze problemlos aus. Der ergonomische Rollschneider von Prym (610474) eignet sich sehr gut für elastische Stoffe, da diese sonst gern mal verrutschen. Auch wenn ihr gleich mehrere Stoffschichten schneiden wollt, ist er effizient und zeitsparend.

Markierungen setzen

Ich markiere mir die „vordere“ Seite des Ärmels immer mit einer Nadel direkt am zugeschnittenen Schnittteil. So weiß ich, wie ich den Ärmel einsetzen muss bzw. welches Ende zum Vorderteil gehört. Solltest Du das aber vergessen haben, kannst Du Dich an den Längen orientieren. Die längere Seite kommt hier zum Rückenteil. Setze als nächstes die Markierungen des Schnittes, indem Du mit Deiner Schere etwas einschneidest. Markierungen können zusätzlich hervorgehoben werden, z. B. mit dem Aqua-Trickmarker + Wasserstift 611845 (bei hellen Stoffen) oder Prym Kreiderad Stift Ergonomics 610955 (bei dunklen Stoffen). Besonders wichtig bei diesem Modell sind die Markierungen für die Ärmeleinsatznähte, denn sie sorgen dafür, dass Deine Falten gleichmäßig verteilt sind. Markiere Dir auch die Position der vorderen und hinteren Mitte, so ist es einfacher die Bündchen anzubringen.

Nachdem nun alle Teile zugeschnitten sind, ein kurzer Check-up, ob alles bereit liegt: Die Nähmaschine ist eingefädelt und mit Stoffresten vom Zuschnitt hast Du die Fadenspannung eingestellt. Falls Deine Maschine keinen Fadenabschneider hat, legt euch die Prym Näh- und Haushaltsschere „Professional“ 611511 parat. Das Bügeleisen ist vorgeheizt und dazu noch ein Nadelkissen für die Nadeln, die Ihr beim Nähen braucht. Ob Ihr das Armnadelkissen mit Silikonband oder das Magnetnadelkissen (611330) bevorzugt oder wie ich beides, ist typenabhängig. Probiert es aus! Nun kann es losgehen.

Ärmel vorbereiten

Im ersten Schritt benutzt Du die Doppelsteppstich Nähmaschine. Also die „ganz normale“ Nähmaschine. Mit dieser nähst Du entlang der Ärmeleinsatznähte „AUF“ der Nahtzugabe. Das sind die langen geschwungenen Nähte am Ärmel (links und rechts oben). Am wichtigsten ist hier die richtige Einstellung der Fadenspannung und der Stichweite. Achte darauf, dass die Fadenspannung des Oberfadens so locker ist, dass Dein Faden auf der Unterseite des Nähguts weite Schlaufen bildet. Die Stichweite sollte die größte sein. Du musst eventuell ein paar Proben mit Verschnitt machen. Es ist sehr wichtig, dass Du den unterfaden einfach durch die Schlaufen des Oberfadens ziehen kannst. Aber Achtung ziehe ihn nicht raus.

Stimmt die Einstellung, nähst Du auf der Mitte der Nahtzugabe parallel zur Schnittkante entlang. Später soll man die Naht nicht mehr sehen, daher so weit es geht am Rand nähen.

Nahtzugabe am Ärmel feststecken

Stecke mit Hilfe der Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm (029139) die Ärmel rechts auf rechts auf das Vorderteil. Jede Markierung entlang der Ärmeleinsatznaht sollte auf eine Markierung entlang des Vorderteils treffen. Die Ärmelnaht ist wesentlich länger als die am Vorderteil. Das hat auch seine Gründe, lass Dich also davon nicht irritieren. Stecken die Teile aufeinander, sichere den Unterfaden an beiden Enden, indem Du ihn um die letzte Nadel wickelst oder mit einer Klammer, Nadel oder ähnlichem fixierst. Schaue, dass er wirklich fest ist und nicht verrutscht. Nun hast Du 4 Abschnitte.

Raffe die Ärmeleinsatznaht

Löse auf einer Seite den Unterfaden aus der Fixierung und beginne damit langsam den Stoff in Richtung Mitte zu raffen. Dafür dürfen die Nadeln der Markierungen nicht direkt auf der Naht platziert sein, ändere das falls nötig. Raffe den Stoff der Ärmel so lange, bis der Stoff des Ärmels nicht mehr absteht, Du also zwei gleich lange Strecken hast. Stecke nun die gesamte Strecke fest.

Nähe die Ärmeleinsatznaht

Nun kannst Du die beiden Strecken zusammennähen. Arbeite lieber langsam und mit Geduld. Gehe ständig sicher, dass beide Stoffschichten noch gleichmäßig übereinander liegen und sich die Raffung nicht verändert. In diesem Fall gilt: Lieber zu viele als zu wenig Nadeln. Vergiss jedoch nicht sie rechtzeitig rauszuziehen. Deine Maschine wird es Dir danken.

Bündchen vorbereiten

Zur Vorbereitung für die Bündchen die Schnittteile der Länge nach in der Mitte falten. Die rechte Seite des Bündchens ist hierbei außen. In der Mitte des Ärmels sowie des Bündchens findest Du eine Markierung. Diese sollen aufeinandertreffen. Denn die Bündchen sind etwas kürzer als die Strecke, an die sie angebracht werden. Daher musst Du sie leicht unter Zug annähen. Dann das Bündchen rechts auf rechts auf dem Ärmel/Rumpf mit Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm (029139) feststecken und mit einer Overlock-Naht festnähen. Verfahre genauso mit dem Saumbündchen.

Optionale Variante:

Anschließend bügle die Nahtzugabe von dem Bündchen weg und nähe mit der Covernaht darüber. Verfahre genauso mit dem Saumbündchen.

Seitennaht schließen

Als nächstes schließt Du die Seitennaht. Dafür das Vorderteil rechts auf rechts auf das Rückenteil legen. Dann mit Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm (029139) entlang der Seiten und inneren Ärmelnaht aufeinander stecken. Hierbei penibel darauf achten, dass die Nähte am Ärmel und die Bündchennähte aufeinandertreffen. Diese Stellen besonders gut mit den Nadeln fixieren. Anschließend am Armbündchen beginnen und den Arm entlang, weiter an der Seitennaht, bis zum Saum schließen.

Saum versäubern

Nähe nun das Schnittteil für das Halsbündchen an der kurzen Seite rechts auf rechts mit einer Overlock-Naht zusammen. Anschließend wendest Du das Bündchen und faltest es der Länge nach in der Mitte. Stecke es mit Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm (029139) fest. Achte hierbei auf die Markierungen. Die Nahtzugabe des Bündchens liegt jetzt innen, so dass ihr sie nicht mehr seht.

Halsbündchen annähen

Nun das Bündchen rechts auf rechts an das Halsloch anlegen und mit Glaskopfnadeln 0,60 x 30 mm (029139) feststecken. Alles noch einmal Bügeln und dann das gesamte Modell wenden, so dass die Nähte und die strukturierte Seite des Materials außen sind und das Halsbündchen ganz innen liegt. Dann in einer Runde mit der Overlock-Naht festnähen. Ich empfehle die Naht des Bündchens an die Seitennaht oder in die hintere Mitte zu legen.

Nahtzugabe feststecken

Nun schauen nur noch an den Bündchen die Nahtzugaben und Fadenschlangen etwas heraus. Da das nicht so schön aussieht: bügle die Nahtzugabe nach hinten (also in Richtung Rückenteil) und lege die kleine Overlock Fadenschlange, die sich beim Nähen bildet, zwischen Nahtzugabe und Oberstoff des Bündchens, bevor Du diese mit der Steppnaht sicherst. So ist diese später sicher eingefasst und die Naht kann nicht aufgehen. Steppe das Ganze auf der rechten Seite, entweder mit einem normalen Doppelsteppstich oder mit einem Kettenstich ab.

WICHTIG: Achte dabei darauf, dass Du die Nahtzugabe bei ca. 5 mm neben der Naht festnähst, damit diese komplett von der Naht erfasst wird. Und fertig!


Melis - Serve it hot

Mein Weg in der Mode begann 2012 mit einem Mode Design Studium in meiner Heimatstadt Berlin, welches ich mit einem Master an der Universität der Künste abgeschlossen habe.

Meine Brötchen verdiene ich als freiberufliche Modedesignerin. In diesem Beruf helfe ich Menschen ohne textilen Hintergrund Kollektionen zu entwickeln und zu produzieren. Ich entwickle Designs und helfe dabei, diese weiterzuentwickeln. Ob Webware, Maschenware, ACC, Häkeln, Stricken oder Textildruck, ich beschäftige mich mit allem und bleibe stets neugierig. Das Arbeiten mit der Hand gibt mir eine Art inneren Frieden und dient mir als Ausgleich nach einem stressigen Tag am Laptop. Umso schöner, dass ich auf dieser Plattform die Möglichkeit habe, diese Leidenschaft mit Dir zu teilen.

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