Makramee jetzt endlich auch zum Anziehen

Veredle mit wenigen Handgriffen längst vergessene Schätze aus deinem Kleiderschrank oder nähe einen Sweater mit dieser einzigartigen Verzierung.

Du kennst Makramee nur von Wandbehängen und Deko? Weit gefehlt! Du kannst es auch auf Textilien anbringen.

Mit etwas Garn und einigen Hilfsmitteln kannst du in kurzer Zeit eine Applikation ganz nach deinem Geschmack kreieren. Bringe die Applikation auf deinem Lieblingssweater an, pimpe eigentlich schon vergessene Schätze aus deinem Schrank wieder auf oder orientiere dich an der Sweater Challenge und kombiniere die Applikation z. B. mit dem Basic Sweater, wie in diesem Beispiel gezeigt. Möchtest du den Sweater selber fertigen, gehe bitte zusätzlich die Anleitung des jeweiligen Sweaters durch und ergänze die Materialliste um die Dinge, die du zusätzlich benötigst.

Lies die Anleitung bitte aufmerksam durch und übe im Vorfeld die Knoten einige Male. In kurzer Zeit kannst du dir so die Basics des Makramee Handwerks antrainieren. Diese verspielte Knüpfart wertet simple Basics zu echten Hinguckern auf. Versuche dich auch in mehrfarbigen Motiven und wandle z. B. die Länge der Fransen ab, um noch individueller zu designen.

Bist du mit dieser Applikation fertig, willst du gleich die nächste anfangen. Versprochen!

Benötigte Materialien:

Maßband Color, 150cm/cm
Maßband Color, 150cm/cm
3,80 €
Grundpreis 3,80 €/Stück
2 weitere Varianten verfügbar
Nadel-Twister
Nadel-Twister
7,80 €
Grundpreis 7,80 €/Stück
4 weitere Varianten verfügbar

So geht's:

Schritt 1: Garn zuschneiden

Schneide 19 Schnüre mit je 1 Meter Länge zu. Diese werden die Arbeitsfäden sein.

Schneide 2 Schnüre je 50 cm Länge als Trägerfaden und 34 Schnüre à 20 cm Länge für die Fransen zu.

Lege die 20 cm Fransen erst einmal zur Seite, diese brauchst du erst zum Schluss.

Schritt 2: Trägerfaden anlegen

Falte alle 19 Arbeitsfäden in der Mitte und lege sie nebeneinander. Lege an der gefalteten Stelle mit ca. 2 cm Abstand den Trägerfaden an. Achte darauf, dass er möglichst mittig platziert ist.

Schritt 3: Ankerstich anfangen

Fange mit dem Arbeitsfaden auf der rechten Seite an. Nimm die beiden losen Enden des Arbeitsfadens und ziehe sie oben durch die Schlinge, die über dem Trägerfaden liegt. Der Trägerfaden liegt mittendrin.

Schritt 4: Ankerstich fertigstellen

Ziehe nun den Knoten fest. Wiederhole mit allen weiteren Arbeitsfäden. Schiebe die einzelnen Knoten nicht zu eng zusammen, sonst musst du sie nachher wieder auseinanderschieben.

Kleiner Tipp: Die ersten Reihen können etwas schwieriger zu knüpfen sein, da hier die Fixierung fehlt. In diesem Fall kannst du dir einfach ein paar Nadeln schnappen und den Trägerfaden und bereits geknüpfte Knoten auf einem Stück Pappe oder einem Sofakissen feststecken, so dass sie nicht verrutschen.

Schritt 5: Zweiten Trägerfaden anlegen

Markiere den mittigen Knoten mit einer Stecknadel. Rechts und links neben deinem markierten Knoten sollten sich je 9 weitere Knoten befinden. Lege den zweiten Trägerfaden direkt unter die Knotenreihe. Stecke die Mitte des zweiten Trägerfadens mit einer Stecknadel an deinem Mittelpunkt fest. So kann er nicht verrutschen.

Schritt 6: Doppelter halber Schlag 1.

Jetzt beginnen wir von links aus einen so genannten „doppelten halben Schlag“ zu knüpfen. Pass auf, dass du die Reihenfolge der Knoten beibehältst und sie nicht verdreht verknüpfst! Hast du alle Arbeitsfäden ordentlich nebeneinandergelegt, nimm dir den ersten Arbeitsfaden und lege ihn unter den zweiten Trägerfaden.

Schritt 7: Doppelter halber Schlag 2.

Klappe nun das lose Ende des Arbeitsfadens laut Abbildung nach oben. Das Ende des Arbeitsfadens liegt nur etwa 5 cm oberhalb des Trägerfadens, unten bildet sich eine Schlaufe.

Schritt 8: Doppelter halber Schlag 3.

Führe das lose Ende des Arbeitsfadens von oben durch die Kreuzung von Arbeits- und Trägerfaden.

Schritt 9: Doppelter halber Schlag 4.

Halte den Trägerfaden fest und ziehe das lose Ende des Arbeitsfadens nun nach unten straff weg. Achte unbedingt darauf, dass der neue Knoten direkt unter dem oberen Knoten sitzt. Falls er doch etwas weiter nach unten verrutscht ist, ziehe nochmal straff nach. Somit hast du einen halben Schlag geknüpft.

Schritt 10: Doppelter halber Schlag 5.

Wiederhole nun die Schritte 6 bis 9 nochmal mit den gleichen Fäden. Führe also dasselbe Fadenende durch die Schlaufe, die mit dem Trägerfaden gebildet wird. Ziehe den Knoten noch nicht komplett fest.

Schritt 11: Doppelter halber Schlag 6.

Führe den Faden, der nach unten schaut, noch einmal durch die Schlaufe, die sich unten durch den Arbeitsfaden gebildet hat und ziehe ihn erst jetzt fest.

Schritt 12: Doppelter halber Schlag 7.

Durch die zwei Knoten nebeneinander entsteht der „doppelte halbe Schlag“. Der erste Teil dieses Knotens dient später als „Steuerung“ und der zweite Teil als Fixierung. Das heißt, beim ersten musst du besonders auf die Position achten bzw. kannst noch in der Position variieren. Der zweite Knoten festigt dann den Knoten auf dem Trägerfaden.

Verfahre so mit allen weiteren Arbeitsfäden. Am Ende der Reihe sollten 38 Knoten vor dir liegen.

Schritt 13: Neue Trägerfäden markieren

Lege Deine Arbeitsfäden ordentlich nebeneinander und markiere den mittleren Knoten. Jetzt werden wir den ersten Bogen (auch Bucht genannt) knüpfen.

Nimm die beiden Arbeitsfäden aus der Mitte vor. Diese werden unsere neue Trägerfäden. Der mittlere rechte Faden (von dir aus) wird für alle rechts von ihm liegenden Arbeitsfäden der Trägerfaden und der linke für die links liegenden Fäden.

Schritt 14: Neue Trägerfäden markieren

Für den ersten halben Schlag kannst du nun den zweiten Faden (also den ersten Arbeitsfaden) von unten nach oben um den Trägerfaden schlingen.

Schritt 15: Halben Schlag knüpfen

Ziehe die Schlinge nun fest und ziehe dabei gleichzeitig den entstehenden Knoten nach oben. Schiebe den halben Schlag ganz dicht an den darüber liegenden Knoten ran.

Schritt 16: Doppelten halben Schlag fertigstellen

Verfahre nun mit demselben Faden noch einmal genauso. Und schon hast du noch einen doppelten halben Schlag geknüpft.

Schritt 17: Bogen/Bucht knüpfen

Zeichne auf die Arbeitsfäden mit dem Aqua Trickmarker den Verlauf des Bogens. Knüpfe der Reihe nach jeden Arbeitsfaden zweimal auf den Trägerfaden, bis die Bucht fertig ist. Verfahre spiegelverkehrt mit der linken Hälfte. Beginne mit dem Trägerfaden aus dem mittigen Knoten und nutze ihn als Trägerfaden für alle Arbeitsfäden auf der linken Seite.

Schritt 18: Weitere Bögen knüpfen

Bilde auf genau die gleiche Art und Weise eine dritte Reihe, die in einer Bucht verläuft. Die Abstände kannst du variieren, wie es dir gefällt. In unserem Beispiel liegt der äußere Abstand in der ersten Reihe bei 2,5 cm, in der zweiten Reihe bei 4 cm. Zwischen der dritten und der vierten Reihe liegen ebenfalls 4 cm.

Die fünfte Reihe endet bereits nach 10 Knoten im Abstand von 2,5 cm zur vorhergehenden Reihe.

Schritt 19: Umgedrehter Ankerstich 1.

Nachdem du nun die 4,5 Reihen geknüpft hast, nimm die vorbereiteten Fransen zur Hand.

Knüpfe diese mit einem umgedrehten Ankerstich je an die äußere Reihe zwischen den Trägerfäden wie folgt:

Falte die Fransen in der Mitte und führe sie unter dem „Trägerfaden“ durch.

Schritt 20: Umgedrehter Ankerstich 2.

Vergrößere die Schlinge und ziehe die beiden losen Enden von unten durch die Schlinge hindurch.

Schritt 21: Umgedrehter Ankerstich 3.

Ziehe den Knoten fest, damit er nicht mehr ohne weiteres verrutschen kann. Füge 3 solcher Knoten zwischen Bogenreihe 1 und 2 ein, 6 Knoten zwischen Reihe 2 und 3, 6 Knoten zwischen Reihe 3 und 4 und 2 Knoten zwischen Reihe 4 und 5. Wenn du diesen Arbeitsschritt auf beiden Seiten erledigt hast, solltest du einen wilden Fadensalat um dein Motiv haben.

Schritt 22: Motiv fixieren

Ein „normales“ Makramee Motiv wäre nun fast fertig. Wir wollen aber das Motiv auf eine Textile applizieren und deswegen sollte es waschmaschinenfest sein. Daher sichern wir nun alle äußeren Knoten auf der Rückseite unseres Motivs mit Handstichen wie folgt:

Beginne ganz oben rechts oder links an dem ersten Trägerfaden. Damit beim Waschen die einzelnen Knoten nicht vom Trägerfaden rutschen, müssen wir den Knoten auf dem Trägerfaden festnähen. Auch die mit Ankerstich geknoteten Fransen müssen wir sichern, da sich sonst der Ankerstich in der Waschmaschine lösen bzw. verrutschen könnte.

Sichere von oben jeden angefangen Knoten, an dem die Fransen herausschauen. Das Loch in der Mitte muss nicht zusätzlich gesichert werden, da es bereits fest genug ist.

Schritt 23: Platzierung vorbereiten

Markiere nun in Vorbereitung auf das Applizieren auf dem Kleidungsstück die richtige Position. In unserem Beispiel handelt es sich um ein zugeschnittenes Vorderteil für den Basic-Sweater. Für das Applizieren kann das Kleidungsstück jedoch auch schon zusammengenäht sein.

Du kannst das Motiv natürlich auch an anderen Stellen und Kleidungsstücken anbringen, z. B. auf dem Rücken von Jacken oder Westen etc.

In unserem Fall markieren wir den ersten Punkt bei 8 cm unterhalb des Halsloches auf der vorderen Mitte (also genau die Mitte des Kleidungsstückes auf dem Vorderteil). Ziehe einen Strich auf der vorderen Mitte von 16 cm Länge nach unten. Auf dieser Strecke markieren wir nochmal die Hälfte.

Schritt 24: Motiv fixieren

Platziere dein Motiv nun so, dass die oberste Kante des äußeren Knotens am obersten Punkt deiner Markierung liegt. Stecke diese beiden Enden je auf der Höhe fest. Das Loch in der Mitte des Motivs sollte nun automatisch auf die Markierungslinie treffen. Hier kannst du diesen Punkt feststecken. Das Ende der Linie sollte nun ungefähr auf den untersten Knoten treffen. Kontrolliere nochmal, ob dein Motiv gerade sitzt und es dir so gefällt. Diese Einteilung ist kein Muss, je nach Größe deiner Abstände, kann die genaue Platzierung variieren.

Schritt 25: Motiv festnähen

Nun kannst du mit einem Handstich auf der Rückseite des Stoffes die Außenlinien deines Motivs festnähen. Wir haben für jeden Knoten einen Handstich genommen. Nähe dabei einmal rund herum um alles Geknüpfte herum. So sitzt alles fest und das Motiv kann sich beim Waschen nicht ablösen. Stich bei dem Handstich nicht bis nach oben durch, sondern greife mit der Nadel den unteren Teil des Motivs. Das reicht vollkommen und man sieht die Naht oben nicht.

Schritt 26: Fransen kurz zurückschneiden

Schneide die Fransenenden gleichmäßig zurück, um dir nicht unnötig Arbeit beim Auffriemeln zu machen.

Schritt 27: Fransen aufdrehen

Ist das Motiv fest, kannst du beginnen, die Fransen aufzudrehen. Trenne erst dein Makramee Faden in drei Teile auf. Diese dünneren Fäden kannst du nun mit einem Kamm oder mit einer Stecknadel von unten nach oben aufkämmen. So entstehen schöne wilde Fransen.

Schritt 28: Fransen zurückschneiden

Hast du alle Fransen aufgekämmt, schneide die überschüssigen Enden ab. In unserem Beispiel sind die Fransen bogenförmig geschnitten. Ganz unten sind sie 16 cm lang, oben nur 5 cm.


Melis - Serve it hot

Mein Weg in der Mode begann 2012 mit einem Mode Design Studium in meiner Heimatstadt Berlin, welches ich mit einem Master an der Universität der Künste abgeschlossen habe.

Meine Brötchen verdiene ich als freiberufliche Modedesignerin. In diesem Beruf helfe ich Menschen ohne textilen Hintergrund Kollektionen zu entwickeln und zu produzieren. Ich entwickle Designs und helfe dabei, diese weiterzuentwickeln. Ob Webware, Maschenware, ACC, Häkeln, Stricken oder Textildruck, ich beschäftige mich mit allem und bleibe stets neugierig. Das Arbeiten mit der Hand gibt mir eine Art inneren Frieden und dient mir als Ausgleich nach einem stressigen Tag am Laptop. Umso schöner, dass ich auf dieser Plattform die Möglichkeit habe, diese Leidenschaft mit Dir zu teilen.

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